Barcelona - Ankunft und Wohnungssuche in der Retrospektive
Dienstag 15.09.2009, sehr früh bzw. spät in der Montagnacht
Ankunft und Wohnungssuche in der Retrospektive
Seit etwas mehr als 2 Wochen bin ich nun in Barcelona und es wird Zeit, etwas Ordnung in meine mentalen Notizen zu bringen, bzw. endlich zu Papier zu bringen, was ich mir ständig vornehme unbedingt aufzuschreiben.
Zunächst meine Erfolgsgeschichte von der vermutlich schnellsten Wohnungssuche der Geschichte. Am Mittwoch vor meiner Abreise schrieb mir eine gewisse Laia als Antwort auf meine Annonce bei loquo.es - sie suchte nämlich eine Mitbewohnerin, die allein zeitlich schon genau auf mein Profil passte: jemand, der nur bis Ende Oktober mieten wollte. Ich meinerseits hatte stets in meinen Annoncen geschrieben, dass ich eine „internationale WG“ suchte, mit jedoch mindestens einer „persona hispanohablante“. Diese Internationalität konnte Laia mir bieten, weil sie Übersetzerin für Englisch und Deutsch ist und bereits z.B. ein Jahr in Hannover gelebt hat. Nach einigen mails war uns beiden klar, das könnte unsere zukünftige Mitbewohnerin sein. Einziges Problem: Laia wollte am Samstag schon früh nach Vilafranca zu ihrem Freund Marc fahren. Also beschlossen wir kurzerhand, dass ich mich direkt nach meiner Ankunft vom Bahnhof Sants aus in aller Früh (vor 8h!) auf den Weg zu ihr machen sollte.
Das Ankommen war bereits ein Abenteuer an sich. Mit aller mir eigener Vorsehung stellte ich den Wecker auf 20 Minuten vor Ankunft, um mich noch einmal in der Bordtoilette „frisch“ zu machen, aus meiner bequemen Schlafhose in etwas stadttauglicheres zu wechseln ... Und um einfach wach zu werden. Da stand ich nun also in der kleinen Kabine und bemerkte, dass der Zug, es war erst 7h35!, zum Stillstand gekommen war. Beim Verlassen fand ich das Zugabteil so gut wie leer vor und stürmte gelassen, jedoch mit unterschwelliger Panik, zu meinem Handgepäck und meinem etwas sperrigeren Rucksack, hievte beides heraus und stand nun mit den Füßen auf barcelonesischen Boden. Das war entgegen meinem idealistischen Erwarten eher umspektakulär, könnte aber auch an frühpubertärer Prägung durch Mama liegen, die da einmal so dahinsagte, als ich begeisterungstrunken auf den Champs Elysées stand „Das sieht auch nicht anders aus als Unter den Linden!“ =) Aber Recht hatte sie.
Mit beiden Füßen im wahren Leben trat ich also zielsicher in die Metro Barcelonas, beladen mit genug - zu viel? - Gepäck und der Erkenntnis, dass es schon morgens vor 8 zu warm war für ein Strickjäckchen über dem dünnen T-Shirt und der kurzen Hose. Schon heute kann ich sagen, dass dies der längste Sommer meines Lebens ist. Sechs Wochen Sonne und deutlich über 22ºC. Bis heute nur dreimal Regen, und das sogar nur ein paar Stunden.
So kam ich nun an der Metro Station Sagrada Familia an. Die Metrostation, die am nächsten an Laias Wohnung liegt, wäre Encants gewesen, aber da es von der Sagrada Familia nur 10 Minuten zu Fuß waren, wollte ich mir das Umsteigen ersparen. Erste Dummheit. Denn voller Lebensfreude schleppte ich mein Gepäck an Gaudis noch unvollendeter Kirche vorbei, das erste Sightseeing im frischen Morgenlicht, die Straßen noch leer, der sonst touristenfressende McDonald‘s noch geschlossen, verspeiste genüsslich mein Frühstück (ein leicht zerdrücktes Schokoladenmilchbrötchen), schrieb den Eltern beruhigende Worte über mein bisheriges Überleben und suchte dann planlos im Plan des National Geographic Reiseführers wohin genau ich meine Schritte lenken sollte. Die Linien auf der Karte sahen so gar nicht aus wie die Winkel, in denen sich die Straßen von der Sagrada Familia wegbewegten, darum befragte ich sehr touristisch einen Einheimischen. Er zeigte mir, dass meine Straße schon so gut wie vor mir lag.
Der Tag erhellte sich umso mehr! Alles war leicht und einfach! Denkste.
Denn bei der Wahl rechts oder links dachte ich „nach rechts hin sind die Hausnummern schon so hoch, da wird meine nicht weit sein“. Richtig. Aber nach links hin. Doch das merkte ich erst zehn schweißtreibende Minuten später. Man soll eben doch mehr besser schlafen ehe man Hausnummern schlaftrunken nur halb wahrnimmt. Die zehn Minuten zurück und dann die zusätzlichen Minuten bis zu Laias Wohnung erledigten mich fast ganz. Da freuten mich Laias Kaffee und die Einladung zu einem leckeren Frühstück - und ich wusste, das ist die WG. Trotz kleiner Katze, die erstaunlich aktiv herumsprang und deren Gattung ich sonst eher skeptisch gegenüber stehe - man muss schließlich mal über seinen Schatten springen. Wir machten aus, dass ich bei Laias Rückkehr am Montag Nachmittag einziehen würde.
Als ich die Wohnung verließ war es nicht mal halb zehn. So schnell kann es gehen. Mit diesem Erfolg gewappnet stieg ich erneut hinab in die Metro, um zu Joans Mutter, meiner Gastgeberin fürs Wochenende zu fahren. Sie holte mich an der Station in Santa Coloma sogar ab - und erkannte mich schon von weitem. Denn ein junges Mädel mit einem riesigen roten Rucksack auf dem Rücken, einem kleineren vor den Füßen und einem quadratmetergroßen Stadtplan, das konnte nur die Europabummlerin Tina sein.
Ankunft und Wohnungssuche in der Retrospektive
Seit etwas mehr als 2 Wochen bin ich nun in Barcelona und es wird Zeit, etwas Ordnung in meine mentalen Notizen zu bringen, bzw. endlich zu Papier zu bringen, was ich mir ständig vornehme unbedingt aufzuschreiben.
Zunächst meine Erfolgsgeschichte von der vermutlich schnellsten Wohnungssuche der Geschichte. Am Mittwoch vor meiner Abreise schrieb mir eine gewisse Laia als Antwort auf meine Annonce bei loquo.es - sie suchte nämlich eine Mitbewohnerin, die allein zeitlich schon genau auf mein Profil passte: jemand, der nur bis Ende Oktober mieten wollte. Ich meinerseits hatte stets in meinen Annoncen geschrieben, dass ich eine „internationale WG“ suchte, mit jedoch mindestens einer „persona hispanohablante“. Diese Internationalität konnte Laia mir bieten, weil sie Übersetzerin für Englisch und Deutsch ist und bereits z.B. ein Jahr in Hannover gelebt hat. Nach einigen mails war uns beiden klar, das könnte unsere zukünftige Mitbewohnerin sein. Einziges Problem: Laia wollte am Samstag schon früh nach Vilafranca zu ihrem Freund Marc fahren. Also beschlossen wir kurzerhand, dass ich mich direkt nach meiner Ankunft vom Bahnhof Sants aus in aller Früh (vor 8h!) auf den Weg zu ihr machen sollte.
Das Ankommen war bereits ein Abenteuer an sich. Mit aller mir eigener Vorsehung stellte ich den Wecker auf 20 Minuten vor Ankunft, um mich noch einmal in der Bordtoilette „frisch“ zu machen, aus meiner bequemen Schlafhose in etwas stadttauglicheres zu wechseln ... Und um einfach wach zu werden. Da stand ich nun also in der kleinen Kabine und bemerkte, dass der Zug, es war erst 7h35!, zum Stillstand gekommen war. Beim Verlassen fand ich das Zugabteil so gut wie leer vor und stürmte gelassen, jedoch mit unterschwelliger Panik, zu meinem Handgepäck und meinem etwas sperrigeren Rucksack, hievte beides heraus und stand nun mit den Füßen auf barcelonesischen Boden. Das war entgegen meinem idealistischen Erwarten eher umspektakulär, könnte aber auch an frühpubertärer Prägung durch Mama liegen, die da einmal so dahinsagte, als ich begeisterungstrunken auf den Champs Elysées stand „Das sieht auch nicht anders aus als Unter den Linden!“ =) Aber Recht hatte sie.
Mit beiden Füßen im wahren Leben trat ich also zielsicher in die Metro Barcelonas, beladen mit genug - zu viel? - Gepäck und der Erkenntnis, dass es schon morgens vor 8 zu warm war für ein Strickjäckchen über dem dünnen T-Shirt und der kurzen Hose. Schon heute kann ich sagen, dass dies der längste Sommer meines Lebens ist. Sechs Wochen Sonne und deutlich über 22ºC. Bis heute nur dreimal Regen, und das sogar nur ein paar Stunden.
So kam ich nun an der Metro Station Sagrada Familia an. Die Metrostation, die am nächsten an Laias Wohnung liegt, wäre Encants gewesen, aber da es von der Sagrada Familia nur 10 Minuten zu Fuß waren, wollte ich mir das Umsteigen ersparen. Erste Dummheit. Denn voller Lebensfreude schleppte ich mein Gepäck an Gaudis noch unvollendeter Kirche vorbei, das erste Sightseeing im frischen Morgenlicht, die Straßen noch leer, der sonst touristenfressende McDonald‘s noch geschlossen, verspeiste genüsslich mein Frühstück (ein leicht zerdrücktes Schokoladenmilchbrötchen), schrieb den Eltern beruhigende Worte über mein bisheriges Überleben und suchte dann planlos im Plan des National Geographic Reiseführers wohin genau ich meine Schritte lenken sollte. Die Linien auf der Karte sahen so gar nicht aus wie die Winkel, in denen sich die Straßen von der Sagrada Familia wegbewegten, darum befragte ich sehr touristisch einen Einheimischen. Er zeigte mir, dass meine Straße schon so gut wie vor mir lag.
Der Tag erhellte sich umso mehr! Alles war leicht und einfach! Denkste.
Denn bei der Wahl rechts oder links dachte ich „nach rechts hin sind die Hausnummern schon so hoch, da wird meine nicht weit sein“. Richtig. Aber nach links hin. Doch das merkte ich erst zehn schweißtreibende Minuten später. Man soll eben doch mehr besser schlafen ehe man Hausnummern schlaftrunken nur halb wahrnimmt. Die zehn Minuten zurück und dann die zusätzlichen Minuten bis zu Laias Wohnung erledigten mich fast ganz. Da freuten mich Laias Kaffee und die Einladung zu einem leckeren Frühstück - und ich wusste, das ist die WG. Trotz kleiner Katze, die erstaunlich aktiv herumsprang und deren Gattung ich sonst eher skeptisch gegenüber stehe - man muss schließlich mal über seinen Schatten springen. Wir machten aus, dass ich bei Laias Rückkehr am Montag Nachmittag einziehen würde.
Als ich die Wohnung verließ war es nicht mal halb zehn. So schnell kann es gehen. Mit diesem Erfolg gewappnet stieg ich erneut hinab in die Metro, um zu Joans Mutter, meiner Gastgeberin fürs Wochenende zu fahren. Sie holte mich an der Station in Santa Coloma sogar ab - und erkannte mich schon von weitem. Denn ein junges Mädel mit einem riesigen roten Rucksack auf dem Rücken, einem kleineren vor den Füßen und einem quadratmetergroßen Stadtplan, das konnte nur die Europabummlerin Tina sein.
tartetatina - 15. Sep, 01:03
